AOL Usability-Newsletter

Usability and User Experience Design @ AOL Deutschland - proudly brought to you by the Interactive Design Group

Friday, January 12, 2007

Was Kunden wirklich wollen ...

Da weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll … Ich nehme es als ein gutes Zeichen, dass Spiegel Online über die CES 2007 in Las Vegas schreibt:
Was Kunden wirklich wollen, ist nicht unbedingt der technische Superlativ, der wirklich beeindruckt, sondern die Lösung, die ihnen im Alltag wirklich etwas bringt. Produkt des Jahres wurde auf der diesjährigen CES nicht etwa ein Mega-Fernseher, sondern ein Kompromiss.
Angesichts des Kontextes (CES) und der von der Suche nach Superlativen getriebenen Industrie (Unterhaltungselektronik) ist diese Einsicht wohl positiv zu deuten. Ein schönes Beispiel ist auch Nintendos Wii, die der vor technischen Features strotzenden PS3 von Sony den Rang abläuft, obwohl sie weniger kann und schlechtere Grafik hat – man kann einfach besser auf ihr spielen.

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Sunday, September 17, 2006

"Die neue Einfachheit" – Spiegel online vom 17.9.2006

Ein ausführlicher Artikel in Spiegel Online widmet sich der Notwendigkeit von Usability (Engineering) im Produktentwicklungsprozess – offenbar hat sich nun auch die ganz große Politik einmal diesem Thema gewidmet (mal davon ab, dass die ISO 9241 ja eigentlich internationale Gesetzgebung ist und die Bildschirmarbeitsverordnung viele unserer tagtäglich genutzten Systeme nicht durchgehen ließe …):

Angela Merkel sorgt sich um den Service in der Unterhaltungselektronik-Branche. Bei der Eröffnung der Internationalen Funkausstellung in Berlin hat die Kanzlerin die Elektronik-Industrie aufgerufen, Geräte mit einfacherer Bedienung zu bauen und kundenorientierter zu sein. «Machen sie es dem Kunden nicht zu schwierig, und da wo es schwierig ist, bieten sie ihm Kundenservice an», so Merkel bei der offiziellen Eröffnungsfeier der Messe.

Sehr schön äußert sich Franz Koller von der User Interface Design GmbH (Ludwigsburg) zu Wort:

Das scheint die Industrie jedoch kaum zu interessieren. "Hersteller machen sich oft zu wenige Gedanken darüber, was der Nutzer eigentlich braucht", kritisiert Franz Koller, Geschäftsführer von User Interface Design. […] "Die IFA hat keine großen Fortschritte gebracht", beklagt der Experte.
Dabei könnte alles so einfach sein. Wenn etwa die Fernbedienung für einen DVD-Spieler zu viele Knöpfe mit kryptischen Abkürzungen hat, dann ist das ein klarer Fall für die Usability-Fachleute: Funktionen, die selten benutzt werden, können unter einem gemeinsamen Knopf zusammengefasst werden. Dafür können die "wichtigen" Tasten dann größer sein und besser beschriftet werden.


Die Öffentlichkeitsarbeit des gcUPA (German Chapter der Usability Professionals Association) funktioniert schon ganz gut.

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Monday, July 10, 2006

Geoffrey Moore (IDEO) über Prototyping

In diesem Podcast auf PodTech.net über die Vorteile von häufigem, iterativem Prototyping erklärt Geoffrey Moore, Managing Director of TCG Advisors, auf dem Empfang zu “IDEO Prototypes the Future":
I don’t think people prototype anywhere near enough.
IDEO, deren Methodik Tom Kelley sehr anschaulich in "Das IDEO Innovationsbuch. Wie Unternehmen auf neue Ideen kommen" erklärt, arbeitet mit häufigem Prototyping mit ganz verschiedenen Materialien, vielen Brainstorms und unorthodoxen Designansätzen. Besonders das Prototyping steht im Zentrum - sowohl das Prototyping realer Gegenstände wie auch das von Software oder gar Dienstleistungen. Letztlich, so Kelley, wird man im Prototyping gezwungen, bestimmte Lücken im Wissen oder in den Annahmen zu füllen, um einen Prototypen bauen zu können, und kann dann erkennen, ob die eigenen Design-Annahmen zutreffen oder fehlerhaft waren. Letztlich dienen Prototypen als Realitätssimulationen, die man so oft wie irgend möglich nutzen sollte, um sich schrittweise dem optimalen Ergebnis anzunähern.

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Wednesday, May 10, 2006

Innovation for the real world

Frisch aus blog.krutisch.de:
Und die Web2.0-Erfolgsgeschichten zeigen meiner Meinung nach vor allem, das es sich oft lohnt, bei der Zukunftsfindung auch und gerade die Technikabteilungen mit einzubeziehen. Leider wird Produktentwicklung (und das nicht nur bei AOL, fürchte ich) zur Zeit oft von Leuten betrieben, die eher aus der Marketing-Ecke kommen und, nach meiner Erfahrung, auch nicht gerade übermäßig Technik-Affin sind.

... snip ...

Wie wäre es, mal einen AOL-internen Inkubator zu schaffen? Eine richtige R&D-Abteilung? Ein paar Personalvorschläge hätte ich auch schon ;-)
(http://blog.krutisch.de/archives/270-Wenn-der-Chef-bloggt....html#extended)
Ach, wäre das schön. :-) Mein Lieblingsthema. Lese gerade "Das IDEO-Innovationsbuch" von Tom Kelley, dem Bruder des IDEO-Gründers David Kelley (nebenbei Prof in Stanford). Superspannend.

Jan hat absolut recht, wenn er sagt, dass die Technik in die Produktentwicklung stark mit einbezogen werden muss. Allerdings habe ich auch schon die Erfahrung gemacht, was passieren kann, wenn "die Technik" allein losläuft - "a technology in need of an application" ist ein geflügeltes Wort für diesen Zustand. In der Wikipedia wird denn auch unterschieden zwischen "Invention" und "Innovation":
Inventionen umfassen neue Ideen bis einschließlich Prototypenbau bzw. konkreter Konzeptentwicklung in der vormarktlichen Phase. Innovationen ergeben sich aus der Umsetzung bzw. Verwertung.
Für Innovationen ist also die Marktsicht und die Verwertbarkeit eine notwendige Bedingung. Firmen wie IDEO, Cooper oder frogdesign haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Verwertbarkeit sicherzustellen, indem sie die Produktkonzeption von der Kundensicht kommend starten. Mittels Contextual Inquiry und verwandten Methoden der teilnehmenden Beobachtung werden lantente Motive der Nutzer identifiziert und analysiert und in der anschließenden Iterationsschleife aus Konzeption, Prototyping und Quick-and-dirty Usability Testing immer weiter verfeinert, bis die Endprodukte Ziele der Benutzer erfüllen, die diesen vorher nicht einmal bewusst waren. So sorgt man durch enges Zusammenspiel von Produktmanagement, Technologie und User Experience Design dafür, dass man einen strategischen Vorteil erhält und ausbaut - indem man mit der Konzeption bei den Nutzern und ihren Wünschen und Zielen beginnt.

Oh, apropos Innovation: wer Lust hat, schaue sich I Am Alpha an - AOL LLC hat eine Alpha-/Beta-Version der Technologie online gestellt, die AIM Pages (zurzeit in Beta) zugrundeliegt (so, wie jetzt auf der Open AIM-Plattform das AIM-SDK heruntergeladen werden kann). Jeder, der einen AOL- oder (kostenlosen) AIM-Namen hat, kann sich anmelden und munter Module hin- und herschieben, selbst welche entwickeln und online stellen etc. Schon ziemlich cool, was man im Web machen kann.

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